Artenschutz mit Präsenz - geschützte Arten reproduzieren, mit Verstand besetzen, die Entwicklung observieren und nachhaltig schützen.


Moderne Teichwirtschaft in See, Teich, Bach und Fluss kann nicht erfolgen, ohne den Arten- bzw. Naturschutz zu berücksichtigen. Längst hat der Artenschwund unter und über Wasser Mitteleuropa erreicht. So sind im Freistaat Sachsen beispielsweise bereits 33 von 44 heimischen Fischarten und Rundmäulern gefährdet, stark gefährdet oder bereits verschwunden. Bei den Krebsen und Muscheln fällt diese Bilanz noch verheerender aus!
Auch deshalb steht die AVD Angel-Service GmbH - Teichwirtschaft Zschorna stetig mit Naturschutzverbänden, wie dem Anglerverband "Elbflorenz" Dresden e.V., dem Landesverband Sächsischer Angler e.V., dem Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen e.V. oder dem Regionalverband Großenhainer Pflege des NABU in Verbindung, um gemeinsam das Beste für die betroffenen Ökosysteme zu leisten und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzugehen.

Wie bei den meisten Artenschutz-Projekten üblich, müssen die Populationen regelmäßig kontrolliert werden. Auch hier stehen wir mit Rat und Tat zur Verfügung. Umfassende Wasseranalysen werden durchgeführt und wissenschaftliche Ausarbeitungen zu intra- bzw. interspezifischen Konstellationen ausgearbeitet. Nachfolgend ein Bild vom durchgeführten Biomonitoring zum Steinbeisser (Cobitis taenia) in Sachsen.

Aktuell arbeiten wir mit den sächsischen Anglerverbänden intensiv am Erhalt folgender Arten:

Äsche (Thymallus thymallus)


Die Äsche ist namensgebender Leitfisch eines ganzen Fließgewässerabschnitts - der Äschenregion. Sie lebt überwiegend in sauberer und sauerstoffreichen Flüssen der Vorgebirgsregionen. Charakteristisch für diese Art ist die, bei den Milchnern vergrößerte, fahnenartige Rückenflosse. Sie wird bis über 50 cm lang und dabei 1,5 kg schwer. Trotz intensiver Bemühungen ist diese Art in Sachsen nach wie vor stark gefährdet und Teil der Roten Liste. Diesem Umstand gilt es scharfsinnig und entschlossen entgegenzutreten, um neben dem Atlantischen Lachs zukünftig nicht einen weiteren Salmoniden unter "verschollen" führen zu müssen. Wichtige Schritte auf diesem Weg waren die Ernennung der Äsche zum Fisch des Jahres 1997 sowie 2011 und die zahlreichen Besatzprojekte der Anglerverbände, bei welchen jedes Jahr bis zu 70.000 Jungäschen in sächsische Gewässer verbracht wurden.

Bachforelle (Salmo trutta fario)


Die rotgetupfte Bachforelle wird je nach Gewässertyp zwischen 20 und 80 cm lang. Dabei wird sie selten schwerer als 4 kg. Gewässerverunreinigungen und Frassdruck durch Prädatoren haben diese Art an den Rand des Aussterbens geführt. 1990 und 2005 wurde die Bachforelle zum Fisch des Jahres gewählt, wodurch wichtige Schutzmaßnahmen initiiert wurden. Auch wenn sich die Bestände in den letzten Jahren erholt haben, so ist die Lage der sächsischen Populationen weiterhin als kritisch einzustufen. Zweifelsohne müssen auch weiterhin arterhaltende Projekte in fischereilicher Kooperation geplant und zeitnah umgesetzt werden. Seit 1994 werden in Kooperation mit den Regionalverbänden jährlich zehntausende Brütlinge und Jungforellen in geeignete Habitate ausgesetzt, um die Art zu erhalten.


Barbe (Barbus barbus)


Ähnlich der Nase kämpft auch die Barbe mit den Folgen der Globalisierung. Seit der Jahrhundertwende gehen ihre Bestände immer weiter zurück, obwohl sich die Gewässergüte in allen Bereichen stark verbessert hat. Auch die Wahl zum Fisch des Jahres 2003 konnte in Sachsen keine Trendwende einläuten. Gefiederte Prädatoren, welche in den Wintermonaten in die Fließgewässer einfallen sind hauptverantwortlich, dass dieser große Friedfisch in Ostsachsen nur noch in Neiße und Elbe heimisch ist bzw. nur noch dort nachgewiesen werden konnte. In anderen Gewässern, wie bspw. Spree und Röder sucht man die Barbe leider vergebens. Daran wollen wir etwas ändern! Mit unseren fischereilichen Mitteln, dem Know-How, dem Ehrgeiz und den starken Partnern besetzen wir seit 2018 jährlich mehrere tausend Jungbarben in geeignete Gewässer, um diese Art nicht an Kormoran & Co. zu verlieren.

Quappe (Lota lota)


Dieser bizarre Fisch ist die einzige Art der Dorschartigen im Süß- und Brackwasser. Die Quappe ist in ganz Deutschland stark gefährdet und war zuletzt im Jahr 2002 Fisch des Jahres, um den Fokus auf diesen interessanten Bewohner unserer Flüsse zu lenken. In Sachsen war die Quappe bis in die Nachkriegszeit in mehreren Nebengewässern der Elbe heimisch. Heute beschränkt sich das Vorkommen auf die Elbe und den Unterlauf der Wesenitz. Aufgrund der vereinten Bemühungen des Anglerverbands "Elbflorenz" Dresden e.V. und der Angel-Service GmbH konnte im Jahr 2018 ein erster Initialbesatz mit 7.000 Jungfischen in geeignete Nebengewässer der Elbe getätigt werden. Dieser Besatz wird zukünftig ausgebaut, um die Art in Sachsen nachhaltig zu schützen und zu stärken.


Nase (Chondrostoma nasus)


Die Nase ist in Sachsen ebenfalls stark gefährdet. Durch invasive Arten, das Fehlen von geeigneten Laichplätzen und die Erfordernisse moderner Schifffahrt sind ihre Bestände ebenfalls rückläufig. Leider wurder dieser große Weißfisch zuletzt im Jahr 1994 mit der Wahl zum Fisch des Jahres deutschlandweit thematisiert. Nasen sind im Bereich Ostsachsen nur noch in der Elbe und der Neiße heimisch. Alle anderen Populationen sind aufgrund von Umweltverschmutzung und Umstrukturierung der Fließgewässer verschwunden. Die moderne Teichwirtschaft erlaubt es uns diesen interessanten Friedfisch zu reproduzieren und als Satzfisch den sächsischen Fließgewässern zur Verfügung zu stellen.

Aal (Anguilla anguilla)


Der Europäische Aal ist wahrscheinlich der größte Verlierer von Globalisierung und damit einhergehender Umweltverschmutzung. Sein Bestand ist seit den 1970ern um 98% zurückgegangen und eine Trendwende ist aktuell nicht absehbar. Glasaalfang und der Delikatessen-Schmuggel sind weitere Übel, welche den Populationen zusetzen und eine Entspannung der Situation verhindern. Auch die Wahlen zum Fisch des Jahres 1995 und 2009 konnten bisher wenig bewirken, obwohl sich die Durchgängigkeit der Gewässer mit der Thematisierung der "Wanderfischproblematik" stark verbesserte. In Kooperation mit den Anglerverbänden besetzen wir seit der Gründung 1994 jedes Jahr mehr als 75.000 Jungaale der stark gefährdeten Art in den gesamten Bereich Ostsachsens, um die Art möglichst flächendeckend in allen Gewässersystemen zu erhalten.

Artenschutz


geschützte Arten reproduzieren und deren Entwicklung verfolgen

Aal
Anguilla anguilla

Äsche
Thymallus thymallus

Bachforelle
Salmo trutta fario

Bachneunauge
Lampetra planer

Bitterling
Rhodeus amarus

Rapfen
Aspius aspius

Bachschmerle
Barbatula barbatula

Bachsaibling
Salvelinus fontinalis

Elritze
Phoxinus phoxinus

Quappe
Lota lota

Gründling
Gobio gobio

Barbe
Barbus barbus

Zope
Ballerus ballerus

Edelkrebs
Astacus astacus
Wels
Silurus glanis

Karausche
Carassius carassius

Nase
Chondrostoma nasus

Rotfeder
Scardinius erythrophthalmus

Steinbeisser
Cobitis taenia

Schlammpeitzger
Misgurnus fossilis

Bachmuschel
Unio crassus
Zährte / Rußnase
Vimba vimba

Kleine Maräne
Coregonus albula

Große Maräne
Coregonus maraena

Groppe
Cottus gobio

Lachs
Salmo salar

Moderlieschen
Leucaspius delineatus

Atlantischer Stör
Acipenser oxyrinchus